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Gleiches Angebot, ungleiche Chancen: Warum die bAV viele nicht erreicht

Die bAV wird meist allen gleich angeboten. Genau deshalb erreicht sie viele nicht.

Søren Obling
Søren Obling 12. Juli 2024

Kürzlich haben Tina und ich beim Abendessen über Equity und Equality geplaudert. Dabei wurde mir klar, dass dieser Austausch eine frische Perspektive auf das Vorsorgeproblem in Deutschland bietet. Was haben Equality („Gleichberechtigung“) und Equity („Chancengleichheit“) mit betrieblicher Altersvorsorge zu tun? Lass mich das erläutern.

Equality vs. Equity

Equality („Gleichberechtigung“) ist die Idee, dass alle Menschen gleich behandelt werden und die gleichen Chancen, Ressourcen und Unterstützung erhalten, unabhängig von ihren individuellen Umständen. Wir dürfen alle wählen, und wir haben alle die gleichen gesetzlichen Rechte und Pflichten.

Equity („Chancengleichheit“) baut auf der Erkenntnis auf, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Umstände haben. Sie stellt deshalb unterschiedlich viel Unterstützung und Ressourcen bereit, um ein gleiches Ergebnis zu erzielen.

Beispiele für Bereiche, in denen Equity ein Thema ist:

  • LGBTQ+
  • ethnische Minderheiten
  • Frauenquoten in Top-Jobs
  • Menschen mit Behinderungen

Alle diese Gruppen benötigen, als Gruppe gesehen, besondere Unterstützung, um Chancengleichheit zu schaffen. In der Theorie ist das recht eindeutig, in der Praxis schwierig.

Gleich behandelt oder chancengleich?

Gleich behandelt (Equality)

Alle bekommen dasselbe.

Chancengleich (Equity)

Alle bekommen, was sie brauchen.

Grüne Kästen: Unterstützung. Links bekommen alle gleich viel, rechts jede Person so viel, wie sie für das gleiche Ergebnis braucht.

Chancengleichheit bei der Altersvorsorge

Die bAV ist in Deutschland der größte Hebel für die Altersabsicherung in Ergänzung zur gesetzlichen Rente. In der Regel wird sie aber nach dem Prinzip der Gleichberechtigung umgesetzt und nicht nach dem der Chancengleichheit.

Wen verlieren wir dabei? Zum Beispiel:

  • Frauen im Mutterschutz: Wird die bAV angeboten, während eine Frau im Mutterschutz ist, kommt die nächste Chance erst 5 bis 10 Jahre später.
  • Menschen mit zu viel Arbeitsstress, die die Zeit nicht finden.
  • Menschen, die Vorsorge nicht verstehen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Sprachbarriere.
  • Menschen mit Entscheidungsschwierigkeiten, die sich dann nie entscheiden.
  • Menschen mit zu niedrigem Gehalt oder ohne finanziellen Überschuss.
  • Expats, die nur für 3 bis 4 Jahre in Deutschland sind. Diesen Fall haben wir bei einigen unserer Kunden.

Der FINABRO-Effekt

Mit unseren Ansätzen erreichen wir all diese Gruppen und mehr, aber nur im Zusammenspiel mit unseren Kunden, den Arbeitgebern. Arbeitgeber denken oft, und meiner Meinung nach verständlicherweise, dass das nicht ihre Aufgabe ist. Dann passiert es aber leider nicht, und die Schwächsten verlieren langfristig.

Über 80 % der Menschen möchten eine Vorsorge und können sich eine Vorsorge auch leisten. Wir müssen ihnen die Chancengleichheit geben.